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Seiten aus dem Abrechnungsbuch der Firma Leitz Optik, September 1943
Arolsen Archives

Im März 1943 verlegte die Wetzlarer Firma Leitz – in Friedenszeiten bekannt für die Herstellung der Leica Kamera – einen Teil ihrer Produktion in die Strafanstalt Diez: Häftlinge stellten hier optische Geräte für den Krieg her, beispielsweise Linsen für Zielfernrohre.

Während zu Beginn der Produktion nur 16 Häftlinge für Leitz eingesetzt wurden, stieg ihre Zahl in den folgenden Monaten kontinuierlich an und erreichte im November 1944 einen Höchststand von 173 Häftlingen; in den letzten drei Monaten vor Kriegsende blieb sie gleichfalls hoch bei 150 bis 160 Gefangenen.

Innerhalb der Strafanstalt Diez hatten demnach mit Leitz Optik und der Drahtfirma Berkenhoff und Drebes gleich zwei bedeutende Rüstungsfirmen Produktionsstätten; sie versuchten, den bestehenden Arbeitskräftemangel durch die Ausbeutung der Gefangenen als weitestgehend rechtlose Zwangsarbeiter auszugleichen.

Das Buch verzeichnet die Namen und die Arbeitsstunden der Häftlinge, die mit der Anstalt abgerechnet wurden. Es zeigt aber auch die rigide Behandlung der Gefangenen, indem es Arreststrafen und Zu- und Abgänge des Kommandos vermerkt.